Auf bestimmtem Laufwerk unter Windows wird immer automatisch ein Ordner angelegt

Seit fast einem Jahr jagte ich einem technischen Problem mit Windows 10, mittlerweile auf Windows 11 aktualisiert, auf meinem Spiele- und Arbeitsgerät hinterher. Um den Sachverhalt ausreichend zu beleuchten ist es nötig, ein wenig auszuholen:

Vor 2-3 Jahren hatte ich zur Aufgabe, Daten eines externen Datenträgers zu sichern und in eine dafür eigens eingerichtete Nextcloud zu überführen. Der Datenträger stellte sich im Verlauf als fehlerhaft mit fehlerhaftem Dateisystem (NTFS) heraus. Der Fehler lag nach heutigem Kenntnisstand aber am ehesten an einem mittelmäßig funktionierenden externen USB 3.0-Gehäuse für 2,5 Zoll SATA-Festplatten. Die eine oder andere Korruption von Dateisystemen kann bei Wackelkontakten und Kurzschlüssen schonmal passieren.

Nach der erfolgreichen Datenübertragung konnte ich das Projekt abschließen. Problem: Seit dem wurde immer wieder zu ungewöhnlichen Uhrzeiten eine komplette, verschalchtelte Ordnerstruktur auf meinem Laufwerk D: angelegt.

Egal welches Gerät hinder dem Laufwerksbuchstaben D: lag; sobald eine Schreibberechtigung existierte, wurde die Ordnerstruktur angelegt.

Im Internet wurde in erster Linie auf die Registry oder eine Drittanbieter-Software verwiesen, welche die Ordnerstruktur angeblich anlegen würde. Nachdem ich dann aber nach dem Pfad oder Teilen von ihm in der Registry suchte, wurde ich nicht fündig. Auch die Bereinigung bestimmter Registry-Keys brachte keinen Erfolg.

Eine Übergangslösung war, einfach kein Gerät mit dem Buchstaben D: einzubinden. Doch das war mir zu kurz gedacht, da gerade bei USB-Speichern immer mal wieder die Wahl Windows‘ auf D: fällt.

Und da ich nicht immer wieder eine bestimmte Ordnerstruktur auf unter umständen sogar fremde Geräte schreiben möchte, musste eine korrekte Lösung her.

Über mehrere Tage ließ ich ProcMon, ein offizielles Sysinternals Tool von Microsoft, laufen zu lassen:

Der Filter war dabei recht simpel: Das Prefix meiner Ordnerstruktur, welche immer wieder angelegt wurde. In der Folge wurden in ProcMon sämtliche Zugriffe und auch Verzeichniserstellungen passend zum angegebenen Filter angezeigt.

Dabei fiel ein Prozess ins Auge: svchost.exe

Der Prozess, welcher als Elternprozess auch dafür zuständig ist, die Dateiindizierung auf NTFS-Dateisystemen vorzunehmen.

Meine Theorie: Der Indizierungsdienst lief intern zum Zeitpunkt der Dateisystemkorrumption und speicherte den einen oder anderen Pfad in einem undefinierten Zustand. Bei jedem Scan, deshalb auch zu unüblichen Zeiten, legte er dann die Ordnerstruktur an.

Um die Einträge zu bereinigen deaktivierte ich einmal die Dateiindizierung in den Eigenschaften des dann aktullen Speichergerätes unter D: unter Einbeziehung aller Ordner und Dateien:

Anschließend aktivierte ich sie wieder, ebenfalls unter Einbeziehung aller Ordner und Dateien.

Seitdem ist Ruhe, die Ordnerstruktur wird nicht mehr angelegt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert